Dieses und weitere Plakate der Kampagne „Berlin 2030 Klimaneutral“ waren im Frühjahr 2023 in der gesamten Stadt zu sehen. Auch drei Jahre nach dem Volksentscheid erschließt sich vielen Betrachter*innen der Inhalt des Plakates auf den ersten Blick. Eine Initiative warb damit für den Volksentscheid über die Änderung des Berliner Klimaschutz- und Energiewendegesetzes. Ziel war die Ausrichtung der Berliner Klimapolitik am 1,5-Grad-Ziel aus dem Pariser Abkommen und das Erreichen der Klimaneutralität bereits im Jahr 2030. Eine Mehrheit stimmte zwar für den Entscheid, das erforderliche Zustimmungsquorum wurde jedoch verfehlt.
Aufgrund der anstehenden Wahlen am 20. September 2026 begegnen uns politische Plakate aktuell nahezu an jeder Ecke in Berlin. Diese werden meist von Kommunikationsagenturen entwickelt. Die Plakate zum Volksentscheid „Berlin 2030 Klimaneutral“ wurden von dem Studio „aufsiemitgebrüll“ gestaltet. Dieses Team reiht sich in den Trend der Gestaltungsagenturen ein, die sich nicht als klassische Agenturen positionieren. Sie verstehen sich als Partner*innen und Initiator*innen, die nicht für, sondern mit Auftraggeber*innen arbeiten. In der Auswahl ihrer Projekte bewegt sich „aufsiemitgebrüll“ an der Schnittstelle von Partizipation, Gestaltung und gesellschaftlichem Diskurs. Der hohe Wiedererkennungswert dieser Kampagne und damit auch des Plakats entsteht durch die großflächige Serifenschrift mit ihren weichen, abgerundeten Konturen sowie den ungewöhnlichen und plakativen Farbkontrast in Grün-, Rot- und Blautönen.
Das Plakat ist in der aktuellen Sonderausstellung „Gestalten für Berlin. Design aus der Kunsthochschule Berlin-Weißensee“ im Werkbundarchiv – Museum der Dinge zu sehen.