Bauen und Umbauen für den sozialen Zusammenhalt in der Metropolenregion Berlin / Brandenburg

Eine Aufgabe für die „IBA 34/37 Re-Use Stadt und Metropole“

16. Sep 2025, 18 Uhr

kostenfrei

Der Deutsche Werkbund Berlin (DWB) lädt zu einer mehrteiligen öffentlichen Diskussionsreihe ein, um gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus der Stadtplanung, Architektur, Politik, Kultur und Zivilgesellschaft über Themen und Räume der vom Berliner Senat geplanten IBA ́34/37 zu diskutieren. Alle Mitglieder des DWB und Gäste sind eingeladen, sich aktiv an der Debatte zu beteiligen.

Das Land Berlin beabsichtigt, eine Internationale Bauausstellung in der Metropolregion Berlin und nach Möglichkeit in Kooperation mit Brandenburg vorzubereiten. Sie fokussiert sich unter der Prämisse „Konsequente Bestandsentwicklung, Wiedernutzung, zirkuläres Bauen“ auf die nachhaltige Transformation von Ortschaften und Städten. Sie will durch eine neue, regionale Umbauagenda Ortschaften, Quartiere und Kieze in Berlin und evtl. auch in Brandenburg innovativ und integrativ gestalten und soziale Teilhabe verstärken.

Angesichts der steigenden Nachfrage nach bezahlbaren Wohnungen bei weiter sinkendem Angebot, begrenzter staatlicher Förderung und fehlenden politischen Willens, zunehmender Gentrifizierung, Segregation, Vereinzelung und Diskriminierung v.a. der (neuen) Migranten, kurz: angesichts der sich zunehmend verschlechternden Wohnungsversorgung breiter Teile der Bevölkerung, v. a. der benachteiligten Gruppen, will diese Veranstaltung die Frage diskutieren, ob die IBA ́34/37 helfen kann, die Weichen für einen nachhaltigen Paradigmenwechsel in der Wohnungsversorgung zu stellen und neue Wohnquartiere und sozial stabile Nachbarschaften mit integrierenden Infrastrukturen und Wohnungs- angeboten für Flüchtlingshaushalte, Migranten, Studenten, Alleinerziehende, Wohnungs- und Obdachlose zu realisieren. Dabei will sie auch ausloten, ob aus internationalen Erfahrungen in Metropolenregionen Anhaltspunkte für Berliner Metropolenraum gewonnen werden können.

Fragestellungen sind u. a.:

  • Aktivierung zivilgesellschaftlicher Ressourcen (Planung von unten, Einsatz von Eigenmitteln der Nutzenden auch mit Migrationshintergrund, Förderung von gemeinwohlorientierten Bauherrenstrukturen, Fokussierung der Fördermittel, Angebot landeseigender Bestände als Anreiz)
  • Verknüpfung der Quartiersentwicklung mit Wohn- und Umzugswünschen durch Wohnberatung zur Ermittlung von Wohn-, Veränderungs- und Umzugswünsche als Grundlage der Erneuerungs- und Bautätigkeit im Haus und Umfeld
  • Klimabewusste Aktivierung der Innenentwicklungspotenziale durch zirkulares Bauen
  • Einrichtung von Nachbarschaftstreffs und interkulturellen Gemeinschaftsprojekten durch Aktivierung von leerstehenden Ladenräumen, Schulen und Kitas

Ablauf

Begrüßung und Einführung

18:00 Uhr

Kerstin Faber, Vorstandsvorsitzende Deutscher Werkbund Berlin

Impulsvorträge

18:10 Uhr

Impuls 1: Solidarische, integrative Quartiere im Bestand und Neubau – Anforderungen an Planung und (Um-)Bau, Wohnungsangebote, Infrastrukturen und Vernetzung mit der Nachbarschaft: Erfahrungen aus Wien
Kurt Hofstetter, IBA Wien (evtl. per Video)
Anschließende Kurzdiskussion per Video

Impuls 2: Wohnung und Quartier als (neue) Heimat für Flüchtlinge und Migranten Prof. Dr. Esra Akcan, Cornell University, New York (Vortrag in Englisch)

Impuls 3: Neue Ansätze bei der Wohnungsbelegungspolitik zur Versorgung benachteiligter Gruppen mit bezahlbarem und solidarischem Wohnen
Dr. Ulrike Hamann, Berliner Mieterverein

Podiumsdiskussion

19:00

Prof. Dr. Esra Akcan
Dr. Ulrike Hamann
Cansel Kiziltepe, Berliner Senatorin für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung
Christian Junge, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen Berlin, Abteilungsleiter Städtebau & Projekte
Ulrich Lautenschläger, Mieterberatung Prenzlauer Berg und Kreuzberg, Quartiersmanager

Moderation: Dr. Cihan Arin, DWB

Diskussion mit dem Publikum

19:30

Fazit und Ausblick Dr. Cihan Arin

20:00

Anschließend Ausklang


Konzept: Franziska Eichstädt-Bohlig, Dr. Cihan Arin, Dr. Rainer Emenlauer


Eine Veranstaltung des