Lesung des Autors und Journalisten Christian Baron aus seinen Büchern „Ein Mann seiner Klasse“ (2020) und „Drei Schwestern“ (2025) mit anschließendem Gespräch über die proletarische Vaterfigur und das Aufwachsen in Armut
Der Journalist und Autor Christian Baron kommt aus einer proletarischen Familie mit einem alkoholkranken gewalttätigen Vater. 2020 veröffentlicht er sein erstes Buch über die Geschichte seiner Familie unter dem Titel „Ein Mann seiner Klasse“. Aus der Ich-Perspektive geschrieben, ordnet Baron damit seine negativen Kindheitserinnerungen in den erklärenden Rahmen der dargestellten prekären, von großer Armut geprägten sozialen Verhältnisse. Als Bezeichnung für dieses Buch empfindet er den US-amerikanischen Begriff „Memoir“ am passendsten und charakterisiert das literarisch genutzte Ich: „Dieses ‚Ich‘ ist in solchen Texten ja in aller Regel keines, das gelebtes Leben naturalistisch beschreiben will. Es ist ein gesellschaftliches Ich, das sich in den sozialen Klassenstrukturen verortet und sich zu ihnen ins Verhältnis setzt.“ Baron publiziert noch zwei weitere autofiktionale Romane zu seiner Familie. Bei der Veranstaltung ebenfalls vorgestellt wird der 2025 erschienene Roman „Drei Schwestern“, der sich auf die früh verstorbene Mutter und deren zwei Schwestern bezieht.
Ins Gespräch einbezogen werden die politischen und theoretischen Positionen Barons, die er in journalistischen und anderen Textformaten getrennt von seinen literarischen Texten publiziert hat.
Moderation: Renate Flagmeier, Kulturwissenschaftlerin und Museologin
Im Rahmen der Ausstellung „Milieudinge – von Klasse und Geschmack“
Kostenfrei und ohne Anmeldung
Christian Baron, geboren 1985 in Kaiserslautern, lebt als freier Autor in Berlin. Im Sommer 2025 erschien bei Claassen sein dritter Roman, der seine „Kaiserslautern-Trilogie“ vollendet. Der Titel: „Drei Schwestern“. Sein zweiter Roman „Schön ist die Nacht“ erschien 2022 bei Claassen. Die von ihm zusammen mit Maria Barankow herausgegebene Anthologie „Klasse und Kampf“ erschien 2021 bei Claassen. Im Frühjahr 2020 erschien von ihm „Ein Mann seiner Klasse“ (Claassen), wofür er im selben Jahr mit dem Klaus-Michael-Kühne-Preis für das beste deutschsprachige Debüt und 2021 mit dem Literaturpreis „Aufstieg durch Bildung“ der noon-Foundation ausgezeichnet wurde. Die Verfilmung von „Ein Mann seiner Klasse“ wurde im Herbst 2024 in der ARD ausgestrahlt und ist nach wie vor in der ARD-Mediathek abrufbar.