Club-Ledersessel von Rudolf Horn

Kommt Ihnen bekannt vor? Lassen Sie sich nicht täuschen.

Dieser Club-Ledersessel aus verchromtem Bandeisen mit Sitz- und Rückenpolstern aus Leder wurde nicht von Mies van der Rohe, sondern ca. 1965 von Rudolf Horn in der DDR entworfen. Als Überarbeitung von van der Rohes Barcelona-Chair, der, so Horn, zwar „zum Niederknien und Beten schön“, aber unbequem sei. Horn – u.a. Hochschullehrer an der Burg Giebichenstein und Entwickler des funktionalistischen Montagemöbelprogramms MDW der Deutschen Werkstätten Dresden-Hellerau – verwendete stattdessen ein Z-förmiges an der Rückseite des Sessels befestigtes Edelstahl-Gestell als Unterbau, das sich nach vorne öffnen und federn konnte. Hergestellt wurde der fast ausschließlich in den Westen exportierte Freischwinger von der Potsdamer Stahl- und Sitzmöbelfirma Röhl.

Rudolf Horns „sozialistischer Barcelona-Chair“ ist ab dem 23. September 2021 in der Ausstellung „Alltag formen! Bauhaus-Moderne in der DDR“ im Werkbundarchiv – Museum der Dinge zu sehen.

Grüne Plastik-Gießkanne mit schwarzer Aufsteckvorrichtung
matt glänzende braun-schwarze Espressotasse mit Unterteller in einem glatten, leicht gerundetem Design