Nie gab es so viele Fitnessstudios und Fitnessbegeisterte wie heute. Fitness hat sich in den letzten 50 Jahren als Breitensport etabliert. Der trainierte, schlanke Körper gilt als herrschendes Ideal der leistungsorientierten Gesellschaft. Die Idee, dass der Körper formbar ist und damit in der eigenen Verantwortung liegt, entsteht bereits um 1900 mit den Turnerbünden und der Lebensreformbewegung. Ab den 1970er Jahren, mit dem Wandel der Arbeitswelt und dem Ende traditioneller Industriejobs, wird der leistungsfähige Körper zum Symbol einer wachsenden Mittelschicht und eng verbunden mit beruflichem Erfolg. Dieses Leitbild spiegelt sich auch in Metaphern wie „schlanker Staat“ oder „flexibles Unternehmen“ wider. Der fitte Körper, als scheinbar für alle erreichbar, entwickelt sich zugleich zu einem sozialen Abgrenzungsmerkmal gegenüber jenen, die als faul oder unfit wahrgenommen werden.
Die Kurzhanteln sind bis zum 2. März 2026 in der Sonderausstellung „Milieudinge – von Klasse und Geschmack“ zu sehen.