Die Soziologin und langjährige Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) Prof. Dr. Jutta Allmendinger forscht zur Soziologie des Arbeitsmarktes und Bildungssoziologie, zur Sozialen Ungleichheit und Sozialpolitik sowie zur Soziologie des Lebensverlaufs. Eingehend beschäftigt sich Allmendinger auch mit dem Geschlechterverhältnis und den Möglichkeiten, Geschlechtergerechtigkeit zu erreichen.
In ihrem Vortrag „Klassismus und mangelnde Bildungsgerechtigkeit“ wird sie verdeutlichen, wie eng Bildungswege und -erfolge von Kindern mit deren sozialer Herkunft und dem Bildungsniveau der Eltern verknüpft sind.
Bei einem hohen Bildungsniveau des Elternhauses ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass auch die Kinder einen hohen Bildungsgrad erreichen, d.h. Bildungserfolge werden sozial ‚vererbt‘. Dieser Effekt lässt sich unabhängig von der Leistung des Kindes auf vielen Ebenen feststellen, von der Grundschule, den erreichten Bildungsabschlüssen, sowie bei der Wahrscheinlichkeit, eine akademisch berufliche Ausbildung anzustreben und abzuschließen.
Möglichkeiten zur nachholenden Bildung und Weiterbildung werden nur spärlich pflegt und eine soziale Spaltung der Gesellschaft im deutschen Bildungssystem eher gefördert.
Moderation und Konzeption der Lese- und Vortragsreihe: Renate Flagmeier, Kulturwissenschaftlerin und Museologin