Schwarz-weiße Fotografie von zwei jungen Männern vor einem urbanem Hintergrund
Handelszentrum Friedrichstraße, Berlin, 1985 Fotografie, Courtesy: Andreas Fux und KVOST, Berlin
Foto: Andreas Fux

Queere Kunst in der DDR? Biografien zwischen Underground und Propaganda

Objekt-Bühne mit Werken von Egon Wrobel

28. März – 28. Juni 2026

Das Werkbundarchiv – Museum der Dinge ist Kooperationspartner des Projekts „Queere Kunst in der DDR? Biografien zwischen Underground und Propaganda“, das Künstler*innen-Positionen aus der DDR beleuchtet und dazu einlädt, Kunst aus der DDR neu zu lesen. Die Ausstellung und das umfassende Veranstaltungsprogramm sind eine Initiative von KVOST – Kunstverein Ost e.V. und finden in Kooperation mit der neuen Gesellschaft für bildende Kunst (nGbk), dem Mitte Museum und dem Werkbundarchiv – Museum der Dinge statt. Anhand der wechselhaften Biografien von neun Künstler*innen und ihrer Werke – darunter Gemälde, Skulpturen, Keramiken und Fotografien – zeigt die Ausstellung, wie unterschiedlich die Kunstschaffenden mit den politischen und gesellschaftlichen Bedingungen ihrer Zeit umgingen. Inwiefern beeinflusste die sexuelle Orientierung ihre künstlerische Praxis und ihre berufliche Entwicklung?

Homosexualität blieb in der DDR trotz schrittweiser Entkriminalisierung gesellschaftlich und politisch stark stigmatisiert. Nach dem Mauerfall verbesserte sich die Situation queerer Künstler*innen nicht signifikant – im Gegenteil: Viele Künstler*innen aus der DDR drohten in Vergessenheit zu geraten. Heute wächst das allgemeine Interesse an der Kunst und Kultur der DDR ebenso wie an queeren Lebensrealitäten. Die Verbindung beider Perspektiven – queere Biografien und künstlerische Ausdrucksformen in der kommunistischen Diktatur – bleibt aber bisher ein weitgehend unerforschtes Feld.

Obwohl der Begriff „queer“ in seiner heutigen Bedeutung in der DDR nicht existierte, wird er in der Ausstellung bewusst verwendet: als Sammelbegriff für Menschen, die als Lesben, Schwule und Bisexuelle gleichgeschlechtlich begehrten und liebten, sowie für jene, die als transgeschlechtliche und nichtbinäre Personen jenseits konventioneller Vorstellungen von Geschlecht lebten.

Mit Werken von Toni Ebel, Andreas Fux, Harry Hachmeister, Jochen Hass, Dorothea von Philipsborn, Erika Stürmer-Alex, Rita „Tommy“ Thomas, Jürgen Wittdorf, Egon Wrobel*.

Eine begleitende Publikation erscheint im DISTANZ Verlag.

 

* Im Rahmen dieser Kooperation zeigt das Werkbundarchiv – Museum der Dinge Werke von Egon Wrobel.


Kuration

Stephan Koal

 

Ausstellungsorte

KVOST / Leipziger Straße 47, 10117 Berlin / kvost.de

nGbK / Karl-Liebknecht-Straße 11/13, 10178 Berlin / ngbk.de

Mitte Museum / Pankstraße 47, 13357 Berlin / mittemuseum.de

Werkbundarchiv – Museum der Dinge / Leipziger Straße 54, 10117 Berlin / museumderdinge.de

 

Weitere Kooperationspartner

Feministisches Archiv FFBIZ, Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Museum Lichtenberg, Schwules Museum, Sonntagsclub, Universität Leipzig sowie weitere private Sammlungen, Zeitzeug*innen und Expert*innen.

 

Eröffnungen

25.3.2026

Soft Opening, Werkbundarchiv – Museum der Dinge, 17–19 Uhr

Soft Opening mit Vorstellung der Publikation, KVOST, 18–21 Uhr

 

26.3.2026

Soft Opening, Mitte Museum, 18–21 Uhr

 

27.3.2026

Offizielle Eröffnung des Projekts, nGbK, 18–21 Uhr


Die Realisierung des Projektes wird aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds ermöglicht.
Mit Dank an den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur für die Förderung der Publikation.

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