"Dedicated to", Mural am Hotel und Stadtbad Oderberger Straße, aus der Serie "Rabotnik", Various & Gould, 2017
Foto: Various & Gould
Veranstaltungen Gespräch

Arbeiten für Berlin

Gespräch mit aufsiemitgebrüll, Claudia Schramke, Various & Gould

21. Mai 2026, 18 Uhr

Erwachsene
kostenfrei

Plakatkampagnen, kulturelle Erscheinungsbilder und Wandbilder – Visuelle Gestalter*innen aus der Kunsthochschule prägen auch nach ihrem Studium das Erscheinungsbild der Stadt Berlin.

Für den ersten Gesprächsabend im Rahmen der Ausstellung „Gestalten für Berlin. Design aus der Kunsthochschule Berlin-Weißensee“ und in Kooperation mit Jitsi Bitsi Spider / SprechenÜber haben wir drei Studios von ehemaligen Studierenden der weißensee kunsthochschule berlin eingeladen, um über ihre Erfahrungen mit Aufträgen und Initiativen in der eigenen Stadt zu sprechen und welche Besonderheiten sich daraus ergeben. Wir möchten gern wissen, wie es ist, in und für die eigene Stadt zu arbeiten und damit auch mit der eigenen Arbeit konfrontiert zu werden.

Die Veranstaltung wird von Sandy Kaltenborn moderiert.


aufsiemitgebrüll

Das Studio aufsiemitgebrüll versteht sich als Akteurin an der Schnittstelle von Gestaltung und gesellschaftlichem Diskurs. In ihrer Arbeit betonen die Designerinnen und Strategen die Notwendigkeit einer klaren Positionierung: Für sie ist Design kein neutrales Werkzeug, sondern erfordert stets eine Reflexion des eigenen Standpunkts. Das Studio agiert dabei oft in einer übersetzerischen Rolle und moderiert komplexe Prozesse zwischen Politik, Partizipation, Urbanismus und Verwaltung, ohne dabei den Bezug zur Popkultur zu verlieren.

Various & Gould

Das Kunstduo Various & Gould ist seit zwanzig Jahren fester Bestandteil der Berliner Urban Art Szene. Die beiden sind bekannt für ihre Plakate, Wandmalereien und Interventionen im öffentlichen Raum. Sie setzen sich mit gesellschaftlichen Themen und Urbanität auseinander und begreifen Kunst immer auch als einen sozialen Beitrag: „Wir beteiligen uns und fügen der Stadt etwas hinzu“.

Ihre Werkreihen sind beeinflusst von (politischer) Plakatgrafik, Dada und Aktivismus. In ihren Collagen geht es häufig darum, Vorurteile zu hinterfragen und die menschliche Vielfalt zu feiern.

Mit großformatigen und ortsprägenden Murals nimmt das Duo Bezug auf den jeweiligen Kontext und findet eine malerische Übersetzung für Papier- und Siebdruckästhetik. Wegweisend war dabei ihr erstes Mural „Face Time“ 2015 in Berlin. Weitere Beispiele sind ihre Wandbilder am Museum Utopie und Alltag (Beeskow 2019) und an der Genezarethkirche (Berlin 2023).

Claudia Schramke

Claudia Schramke, geb 1985 in Berlin Wedding, ist freischaffende Gestalterin im Bereich der visuellen Kommunikation mit Schwerpunkt auf Zeichnung und Druckgrafik.

Ihre vielfältige künstlerische Tätigkeit bewegt sich in den sozialen Bereichen Kultur, Bildung und Politik und umfasst unter anderem Key Visuals und Identity, Illustration, Plakate, Ausstellungsgestaltung, Cover Artworks, Gestaltung von Erlebnisräumen und Ausstellungen und experimentelle Animation.

Inspiration und Wildheit zieht die Zeichnerin vor allem aus der Natur, aus dem urbanen Spannungsfeld ihrer Mutterstadt und aus ihren zwei Kindern.

Sandy Kaltenborn

Sandy Kaltenborn, Grafik- & Kommunikationsdesigner, eigentlich Alexander Sandy Paul Omar Abdullah Kaltenborn, betreibt seit 1999 das Design-Studio image-shift, welches in sozialen, kulturellen, künstlerischen, sowie politischen und urbanen Kontexten agiert. Er lebt seit 1990 in Berlin, ist Mitbegründer der mieten- und stadtpolitischen Initiative Kotti & Co und seit vielen Jahren gesellschaftspolitisch engagiert. Er hat an zahlreichen Kunsthochschulen im In- und Ausland unterrichtet; aktuell als Vertretungsprofessor für Transformationsdesign an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Er wohnt mit zwei Katzen und einem Balkonkraftwerk am Kottbusser Tor. 

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