Clubs sind Kulturstätten, subkulturelle Biotope und Schutzräume. Clubs sind temporäre autonome Zonen und Orte des Eskapismus. Sie können gesellschaftliche Normen aufbrechen, sind flüchtig, körperlich und gemeinschaftlich. In Clubs treten Menschen in Beziehung zueinander und handeln Regeln aus. In Clubs arbeiten Menschen. Clubs sind sowohl Heterotopie als auch Wirtschaftsfaktor.
In den letzten Jahren hat sich das Bewusstsein für Clubkultur – nicht zuletzt aufgrund der zunehmenden Gefährdung vieler Clubs – gewandelt. Berliner Technokultur ist als Immaterielles Kulturerbe anerkannt, Clubkultur wird wissenschaftlich erforscht und digitale Archive entstehen. Hier setzt die Präsentation Club Kultur Bestand Aufnahme an.
Der Berliner Club Mensch Meier dient hierfür als Beispiel und Materialfundus. Nach seiner Schließung hat das Mensch Meier dem Werkbundarchiv – Museum der Dinge ein Konvolut zur Aufnahme in die Sammlung übergeben. Die daraus entstandene Präsentation zeigt verschiedene Ansätze des Bewahrens von Clubkultur. Gleichzeitig versteht sie sich selbst als ein Versuch, diese in den musealen Raum zu überführen.
Im Zentrum von Club Kultur Bestand Aufnahme steht die Frage: Kann Clubkultur gesammelt, dokumentiert und ausgestellt werden? Und wenn ja, wie?
Inmitten des Offenen Depots bietet die Objekt-Bühne Raum für Kooperationen, künstlerische Interventionen und neue Perspektiven auf die Sammlung. Sie eröffnet Zugänge zu bislang verborgenen Fragen und Leerstellen.