Modellbaukasten der Berliner Wohnberatungsstelle

In einigen Städten richtet der Werkbund in den 1950er Jahren Wohnberatungsstellen ein, um gegen Modisches wie Nierentisch und Tütenlampe, Chippendale-Imitat und „Gelsenkirchener Barock“ zu Felde zu ziehen.

Gute Möbel sollen modern sein: nicht modisch, sondern schlicht, zweckmäßig, flexibel und preiswert. Geschultes Personal hilft hier kostenlos bei Fragen rund ums Wohnen und Sich-Einrichten. Zu sehen gibt es empfehlenswerte Haushaltsdinge vom Tapetenmuster bis zum Teeservice und Ausstellungen zur Guten Form. Die Berliner Beratungsstelle ist ein Kind der Interbau und eröffnet im Jahr 1958 unter dem Namen „Ständige Ausstellung Wohnen“. Viele Jahre von Charlotte Eiermann geleitet, wird die Wohnberatung des Werkbunds 1969 in das Internationale Designzentrum und später in die Verbraucherzentrale Berlin integriert. Von hier stammt der in der aktuellen Sonderausstellung „gern modern? Wohnkonzepte für Berlin nach 1945“ ausgestellte Baukasten mit Modellmöbeln.

Die Plattform D.I.Y. Wohnberatungsstelle lud während der Laufzeit von „gern modern?“ dazu ein, an Thema und Gestalt der Ausstellung zu partizipieren. Bei den regelmäßig stattfindenden Drop-In Workshops zu wechselnden Themen konnte mit einem großen Baukasten Prototypen im Maßstab 1:2 gebaut und mögliche Antworten auf die Frage „wie wohnen?“ gefunden werden. Zum Jour fixe am Montag, den 8. Mai „Wohnberatung im Wandel“ sprach Peter Dirk über seine Arbeit mit dem Modellbaukasten in einer Wohnberatungsstelle.

Grüne Plastik-Gießkanne mit schwarzer Aufsteckvorrichtung
matt glänzende braun-schwarze Espressotasse mit Unterteller in einem glatten, leicht gerundetem Design