Eine Nahaufnahme eines Gefäßes, das aus farbigem Porzellan gegossen und auf einer selbstgebauten, digitalisierten Schnitzplattform bearbeitet wurde. Teil des Designforschungsprojekts „sub-surface“, 2019.
Veranstaltungen Gespräch

greenlab – Neue Materialgerechtigkeit

Gespräch mit Mareen Baumeister, Sofia Fernández, Konrad Jünger

15. Okt 2026, 18 Uhr

Erwachsene
kostenfrei

Materialgerechtigkeits-Debatten – in denen sich das Ringen um die gesellschaftliche und ökonomische Bedeutung des Handwerks, des Materials und des künstlerisch-gestalterischen Werks realisiert – entstehen mit der frühen Industrialisierung in Westeuropa und kulminieren in der Moderne im Deutschen Werkbund, wodurch sie den deutschen Gestaltungsbegriff entscheidend prägen.

Übertragen auf die heutige Zeit und mit historischem Bezug diskutieren wir die Potenziale von digitalem Handwerk für die Materialfrage im Sinne von Nachhaltigkeit und gesellschaftlichem Wandel.
Eingeladen sind dazu drei gestalterische Positionen an der Schnittstelle von Material, Nachhaltigkeit und Technologie aus dem Fachgebiet Produkt-Design und des greenlabs der weißensee kunsthochschule berlin.

Moderiert wird der Abend durch Martin Beck, Gastprofessor für Theorie und Geschichte des Designs.


Mareen Baumeister

Mareen Baumeister ist eine Designerin an der Schnittstelle von Ökologie, Handwerk und Technologie. Sie untersucht, wie die Intelligenz von Materialien selbst das Design leiten kann, indem sie versteckte Potenziale von Materialien, Produktionsprozessen und Wertschöpfungsketten erschließt. Neben ihrer eigenen Arbeit ist sie künstlerische Mitarbeiterin im greenlab der weißensee kunsthochschule berlin, wo sie in den Fachbereichen Produkt-Design sowie Textil- und Materialdesign lehrt.

mareenbaumeister.com


Clara Sofia Fernández

Clara Sofia Fernández ist eine in Berlin lebende Designerin, Forscherin und Lehrende. Sie untersucht materielle Zukünfte an der Schnittstelle von Ökologie und Technologie mit einem Fokus auf gewachsene Materialien – insbesondere Myzelmaterialien – sowie digitale Fabrikation. Aus einer postanthropozentrischen Perspektive entwickelt sie einen Zugang zu Material, der Beziehungen zwischen nicht-menschlichen Akteuren berücksichtigt und Materialien als Teil übergeordneter ökologischer und kultureller Gefüge versteht. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der weißensee kunsthochschule berlin und Doktorandin an der Bauhaus-Universität Weimar.

sofiafernandez.de


Konrad Jünger

JÜNGERKÜHN ist ein Studio für Produktdesign, Designforschung und Digital Craft aus Berlin. Wir verstehen unsere Arbeit als Dialog zwischen materieller Praxis und digitalen Technologien. Aus dieser Auseinandersetzung entwickeln wir Produkte und Prozesse, die eine menschliche Qualität und Lebendigkeit ausstrahlen. Ausgangspunkt ist für uns immer das Machen selbst: Wir erforschen, wie Objekte sowohl industriell als auch in Handarbeit entstehen können – und wie digitale Technologien diese Verfahren erweitern und bereichern.

Die Ergebnisse unserer gestalterischen Praxis reichen von Gebrauchsgegenständen und Möbeln über digitale Produktionskonzepte bis hin zu robotischen Installationen. Dabei stellen wir uns immer wieder die Frage: Wie können neue Technologien eine zeitgemäße Form von Produktion unterstützen?

juengerkuehn.com


Martin Beck

Martin Beck ist Gastprofessor für Theorie und Geschichte des Designs an der Weißensee Kunsthochschule Berlin, forscht zu philosophischer Ästhetik, Kunst- und Designtheorie und aktuell zur Affizierbarkeit und Plastizität von Körpern im Kontext postdigitaler Kunst. Zuletzt erschienen: Konstruktion und Entäußerung. Bildlogik und anschauliches Denken bei Kant und Hegel, Hamburg (Felix Meiner) 2023; Messy States. Medienästhetik und postdigitale Kunst, in: Internationales Jahrbuch für Medienphilosophie und Medienästhetik, Bd. 1: Was ist Medienästhetik?, hg. v. Natascha Adamovsky u. Judith Siegmund, Lüneburg (meson press) 2024, 53–79.

instagram.com/_martin_beck

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